1:@GN.
2:Aktivitäten .
3:Projekttage.
4:Projekttag 2004.
5:Vorwort.
"Der Schüler sehe dem Lehrer manchen Wunsch von den Augen ab. Er hebe ihm heruntergefallene Gegenstände auf, sei ihm behilflich beim Anziehen des Überrocks, reiche Hut, Stock und Schirm dar."
Dieses Gebot aus den Regeln des Anstandes und der guten Sitten stammt aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg; also aus der Steinzeit der Schule, für deren Gedankenwelt wir kaum mehr Verständnis aufbringen können. Was Anstand und Etikette angeht, scheint diese Welt 100 Jahre später eine Renaissance zu erleben, glaubt man den Meldungen über Respekt-Training und Benimm-Kursen an Schulen bzw. bei Tanzkursen.
Wenn wir auf Initiative des Arbeitskreises "Schulentwicklung" im Dezember 2004 einen Projekttag zum Thema Respekt voreinander veranstaltet haben, so sollte daraus nicht ein "Neubiberger Schülerknigge" entstehen, sondern wir wollten uns gemeinsam Gedanken über das Thema machen und auch erreichen, dass wir alle - Lehrer, Schüler in der Klasse oder auch im Kontakt mit anderen Klassen - rücksichtsvoller miteinander umgehen und die Persönlichkeit des anderen achten. Dabei galt es nicht gravierende Verstöße gegen die Würde und Integrität einzelner Lehrer und Schüler aufzuarbeiten (wir sehen, dass das soziale Klima am Gymnasium Neubiberg insgesamt intakt ist), dennoch zeigen sich - von vielen gar nicht wahrgenommen - beklagenswerte Umstände, die mit mangelndem Respekt zu tun haben, beispielsweise bei der Abwertung der Leistung des Mitschülers, der fehlenden Achtung vor dem Eigentum des andern oder auch bei Störungen im Respektverhältnis von Lehrer und Schüler.
Diese und andere Beeinträchtigungen des partnerschaftlichen Miteinanders im Schulalltag, wie sie teilweise auch in den Zfu-Stunden besprochen wurden, haben dazu geführt zum Thema Respekt voreinander ein Jahresprojekt zu planen, das sich vorrangig auf die Klassen konzentrieren sollte und das Ziel hatte, das Klassenklima positiv zu beeinflussen.
Zur Ermittlung des jeweiligen Klassenklimas haben alle Klassen zunächst Respekt-Plakate erstellt, die schließlich in den ausgehängten Mind-Maps gebündelt wurden.
Diese Vorarbeiten gingen dann für jede Klasse in den sog. Pädagogischen Tag ein, in dem am 3.12.2004 alle Lehrer, aufgeteilt in Lehrerteams je Klasse, in Konferenzen und Workshops ein soziales Klassenprofil erstellt und geeignete Projekte überlegt haben.
Hauptaufgabe der Klassenteams war es, den Projekttag am 22.12.2004 vorzubereiten. Das Ergebnis waren vielfältige Projekte, Aktionen, Diskussionsveranstaltungen in den einzelnen Klassen, die alle das Ziel hatten, soziale Defizite im Schulalltag zu erkennen und Wege aufzuzeigen, damit aus dem Nebeneinander ein Miteinander wird. Dem Nachwort ist zu entnehmen, wie dieses Projekt sinnvoll und nachhaltig fortgeführt werden soll.
Einen kleinen Einblick in das Programm, aber auch die Erfahrungen und Ergebnisse dieses Projekttages soll die Projektzeitung geben, in der aus Schülersicht die Klassen ihre Beiträge gesammelt haben.
M. Mühlbauer