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4:Projekttag 2005.
5:Satanismus.
Autoren: Amanda Konorza & Patrick Weinmann
Pseudosatanismus, ein Begriff der nach einer Erklärung verlangt. Was genau versteht man unter Satanismus und worin besteht der Unterschied zu Pseudosatanismus? Mit diesen Fragen haben sich die Schüler der Projektgruppe von Fr. Spielvogel beschäftigt und haben viele interessante Fakten zusammengetragen. Die vorwiegend katholischen bzw. christlichen Teilnehmer wussten schon einige oberflächliche Fakten und begegneten dem brisanten Thema mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu. Wie sich herausstellte, unterscheidet man den modernen Satanismus von einer religiösen Variante, die einer Perversion des Christentums gleichkommt, so z.B. Satansanbeterei (im Folgenden religiöser Satanismus genannt). Bei einem Brainstorming verbanden die Schüler, alle im Alter von 15 bis 17, hauptsächlich negative Begriffe mit dem Thema Satanismus: Vergewaltigung, Folter, "Freaks mit Depressionen", Selbstaufwertung durch Abwertung anderer etc. In diesem Zusammenhang wurde auch der Bezug zu Nationalsozialisten erwähnt, welche durch ähnliche Methoden besonders den Menschen mit geringen Horizont und mangelndem Selbstbewusttsein einen scheinbaren Wert gaben. Die Wahrheit über den modernen Satanismus war den meisten nur vage bekannt, dass sich diese Gruppierungen als "Denker" verstehen und keinerlei Gottheit außer sich selbst verehren, ja "selber Gott werden" wollen. Diese Form ist meist friedlich und vollzieht keine "abartigen" Rituale wie z.B. das Einreiben des nackten Körpers mit Blut oder das Trinken von Urin. Die Schüler beurteilten sich meist als nicht anfällig für die religiöse Art des Satanismus, besonders nachdem die verschiedenen negativen Aspekte diskutiert wurden. An erster Stelle wurde die Abhängigkeit von einem sogenannten Hohepriester genannt und die damit verbundene Erniedrigung besonders von Frauen in sexueller Hinsicht und dem absoluten Gehorsam bei illegalen Handlungen, die die Gruppierung einem neuen Mitglied als Bewährungsprobe abverlangt. Darüberhinaus werden mit den Mitgliedern wahre "Brutalitätstrainings" durchgeführt, bei denen sie große Schmerzen ertragen müssen und somit ihre Angst vor denselben und auch ihr Mitleid verlieren sollen. Bei solchen Trainings werden dem Probanden beispielsweise brennende Zigaretten auf dem nackten Körper ausgedrückt oder Frauen bei schwarzen Messen vergewaltigt. Dies soll auch dem Ziel dienen "intensiver" zu leben und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, welches besonders junge Leute mit Problemen in der Schule oder zu Hause sehr anzuziehen scheint. Bei einem geschichtlichen Rückblick erfuhren die Schüler auch viel über die satanistischen Symbole wie das inverse (umgedrehte) Kreuz und Pentagramm und über Autoren der satanistischen Szene wie Anton Szandor LaVey, den berühmten Gründer der amerikanischen "Church of Satan" und Autor der "Schwarzen Bibel". Diese in Amerika als Religion anerkannte Gruppierung versteht sich als moderner Satanismus, mit Selbstvergötterung als Grundsatz und ebenfalls einem Bezug zu Nietzsches "Also sprach Zarathustra", welche sie zu dem Prinzip des Übermenschen ("Satanist") in ihrer Lehre inspirierte.
Allgemein fanden die Schüler, dass hauptsächlich gesellschaftliche Außenseiter und Menschen, die keinen Sinn in ihrem Leben finden können, dem religiösen Satanismus verfallen könnten, da sie so versuchen, die in ihrem Leben herrschende Leere auszufüllen. Der weitaus positiver empfundene moderne Satanismus sei eher für "Andersdenkende" attraktiv, oder für Denker allgemein, die sich von den Normen der Gesellschaft eingeengt fühlten.
Abschließend wurde das Thema Satanismus/Pseudosatanismus sehr interessiert aufgenommen und auch vorurteilsfrei von verschiedenen Seiten betrachtet, was die Toleranz und das Verständnis für solche Gruppierungen wie den des modernen Satanismus förderte, jedoch den Abscheu und die Ablehnung gegenüber der religiösen Variante nicht schmälerte.
Am zweiten und letzten Tag der Projekttage sahen sich die Schüler des Projekts Satanismus und Pseudosatanismus, die alle in schwarz gekleidet kamen, zwei Filme an (Dokumentationsfilm, "Der Exorzist"), über welche sie dann diskutierten.Diese waren nochmals sehr aufschlussreich.
